Eine Begegnung …

sollte es werden.

Frisch umgezogen waren wir auf der Suche nach einer Kirchengemeinde, in der wir uns wohlfühlen könnten. Bald war sie gefunden: nette Leute, kompetente Pfarrer und gute Ideen. Ein Einfall überzeugte uns besonders. Im Norddeutschen Bereich finanzieren sich schon viele Gemeinden vorwiegend über Fördervereine. Der Förderverein dieser Kirchengemeinde hatte die Idee, einen lokalen Künstler ein großwandiges Bild in Form eines Puzzles für die Kirche gestalten zu lassen. Immer, wenn ein Interessierter ein „Stück Bild“ per Spende kaufte, wurde dieses Stückchen in der Kirche an das zu entstehende Bild geheftet und irgendwann war das Puzzle fertig. 1000 Teile zierten die Innenseite der Kirche, und nun wurden die Spender gebeten, ihre Teile abzuholen und als Erinnerung mit nach Hause zu nehmen. So weit, so gut oder auch nicht. Wer an dem besagten Gottesdienst zur Rückgabe des Bildteils nicht teilnehmen konnte, wurde gebeten, das Puzzlestück im Pfarrbüro oder beim Pfarrer, verbunden mit einem Gespräch, abzuholen.

Wir entschieden uns für das Letztere, weil wir uns auf eine persönliche Begegnung und Kontaktaufnahme freuten. Auch erhofften wir uns weitere Informationen zur Gemeinde, Landeskirche etc.. Das Gespräch lief anders, was zu einer freundlichen Kontaktaufnahme führen sollte, wurde zu einer Begegnung der „dritten Art“.

Ich erschien pünktlich im Pfarrhaus, wurde eingelassen, kam ins Amtszimmer und durfte Platz nehmen. Ein „Ja, hallo“ eröffnete das Gespräch. Mehr kam nicht aus dem Mund des Pfarrer. Ich deutete auf die ultimative Stofftüte mit Kirchengemeindelogo, die auf dem Tisch lag und fragte: Ist da mein Bildteil drin? Ja, war die Antwort. Ich erzählte, dass wir zugezogen seien und auf der Suche nach einer Gemeinde, in der wir uns zu Hause fühlen könnten. Ja, war die Antwort. Dann rückte ich mit der Sprache heraus: Ich bin so etwas wie eine Kollegin von Ihnen, aus einer unierten Kirche. Ja, war die Antwort, nicht etwas, was ich zutiefst erhofft hatte, wenigstens ein: Ah, ja. Nun ich versuchte es weiter und erzählte von meinen Vorhaben, der Kommentar lautete: Ja. Ich versuchte es noch einmal, indem ich die Spendenaktion, die er maßgeblich mit zu verantworten hatte, lobte und siehe da, er stimmte mir zu: Ja.

Nun fiel mir auch nichts mehr ein und ich sagte: Ich geh dann mal. Welch‘ Wunder, er widersprach nicht, seinem Mund entfloh ein: Ja.

Kaum draußen dachte ich mir, dass dies wohl ein durch und durch positiver Mensch sein muss, bei so vielen „Jas“ in kürzester Zeit. Gleichzeitig fragte ich mich, warum er ausdrücklich Menschen einlädt, ihn persönlich kennen zu lernen – wenn eine Begegnung mit ihm auch ein Esel (ija) hätte übernehmen können?